Blitzlicht einsetzen - Grundlagen - PAGE 4 - Digitalfotos Tipps, Tricks & Tutorials

Blitzlicht einsetzen

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3. Falle – dunkler Hintergrund

Oft ist der Hintergrund bei Aufnahmen, die mit einem Blitzgerät gemacht wurden, sehr dunkel. Dies wirkt sehr unnatürlich und stört bei der Betrachtung des Digitalfotos. Die Ursache dafür ist die quadratisch abnehmende Lichtintensität in Bezug auf die Entfernung. Deswegen wird der Vordergrund, der meist die Hauptszenerie enthält korrekt belichtet, aber der Hintergrund erscheint sehr dunkel bis schwarz.

Was kann man dagegen tun:

  • Der Hintergrund eines Fotos ist meist durch die vorhandene Raumbelichtung aufgehellt und dies kann man sich zu nutze machen. Durch die manuelle Verlängerung der X-Synchronisationszeit der Digitalkamera kann dies erreicht werden. Für diese Änderung muss allerdings die Auswahl der Blende manuell erfolgen. Um die richtige Blende zu finden fokussiert man den schwach belichteten Hintergrund an und misst die Blende. Die optimale Blende liegt meist 2 Blendenstufen niedriger. Dies sollte natürlich ohne Blitz erfolgen. Die Brennweite sollte entsprechend ausgewählt werden, um Verwacklungen zu vermeiden. Die neue Einstellung ermöglicht nun das längere belichten des Hintergrundes und die Belichtung des Vordergrundes mit einem starken Blitzlichtimpuls
  • Weitere Zusatzblitze können den dunklen Raum ebenfalls ausleuchten. Dazu sollte man die Zusatzblitze im Raum verteilen und darauf achten, dass nicht direkt geblitzt wird, sondern indirekt über umliegende Flächen wie Decken und Wände. Die Blitze werden meist als Slave Blitze geschaltet und lösen gleichzeitig mit dem Masterblitz aus, der auf der Digitalkamera montiert ist. Bei dieser Methode sollten man die Blendenstufen etwas höher auswählen als sie von der Digitalkamera vorgeschlagen werden, da durch die Zusatzblitze eine größere Menge Licht abgegeben werden.
  

4. Falle – Schlagschatten

Das Licht von Aufsteckblitzen trifft meist direkt auf das zu fotografierende Modell oder Objekt. Dies erzeugt eine unnatürliche Lichtstimmung, die durch harte Schatten, zu helle Bereiche und den Verlust an räumlicher Tiefe geprägt ist. Bei Portrait Aufnahmen sind meist Teile des Gesichts am Kinn oder unterhalb der Nase tiefschwarz, da sich dort Schlagschatten bilden. Ebenfalls können schwitzige oder fettige Haut Licht stark reflektieren, so dass diese Bereiche überstrahlt sind und auf dem Digitalbild extrem hell sind.

Was kann man dagegen tun:

  • Mit Hilfe des indirekten Blitzens kann man Schlagschatten vermeiden. Bei fast allen Aufsteckblitzen kann man den Blitzreflektor drehen, so dass das starke Blitzlicht nicht direkt auf das zu belichtende Objekt fällt. Zur Reflektion eignen sich eigentlich fast nur weiße Wände oder Decken, da hier die Reflektion am stärksten ist. Bei dunklen Flächen wäre die Lichtabsorption zu hoch und wenig Licht würde reflektiert werden.
  • Sogenannte Diffusor können ebenfalls das Licht weicher machen. Diffusor sind milchige Vorsätze, die direkt an den Blitz gesteckt werden. Sie erzeugen einen ähnlichen Effekt wie das indirekte Blitzen gegen eine Zimmerdecke. Allerdings ist der Schattenwurf völlig anders. So das man von Fall zu Fall entscheiden muss, welche Blitzart am besten geeignet ist.
  • Weitere Blitzgeräte können ebenfalls den Schlagschatten reduzieren. Dafür sollten mindestens zwei weitere Blitzgeräte neben dem zu fotografierenden Objekt platziert werden. Das zusätzliche Licht wird dem Entstehen von Schatten entgegen wirken.

 


Blitzen bei Sonnenlicht

Bei starken Sonnenlicht kann der Einsatz eines Blitzgerätes dunkle Bereiche aufhellfen und das Motiv besser ausleuchten. Dies ist besonders deutlich in einer Gegenlichtsituation, wie hier dargestellt.
Bei starken Sonnenlicht kann der Einsatz eines Blitzgerätes dunkle Bereiche aufhellfen und das Motiv besser ausleuchten. Dies ist besonders deutlich in einer Gegenlichtsituation, wie hier dargestellt.
Auch das blitzen bei starkem Tageslicht oder Sonnenlicht kann hilfreich sein, obwohl man beim ersten hinhören erstmal verwundert sein wird. Das starke Sonnenlicht verursacht tiefschwarze und harte Schatten, die sehr deutlich in den Bildern hervortreten. Das Blitzlicht gleicht diese harten Schatten aus und das Bild wird insgesamt freundlicher aussehen, da der dunkle Kranz um Objekte verschwindet. Besonders gut sieht man das Aufhellen durch den Blitz bei Gegenlichtsituationen, wo bei der Portraitfotografie oft ganze Gesichter dunkel sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Fazit

Eine der wichtigsten Aufgaben bei der Aufnahmenplanung ist die Berücksichtigung der Lichtführung. Dabei muss die Richtung des Lichts und die Lichtmenge berücksichtigt werden, um eine optimale Situation zu erreichen, kann ein Blitzlicht eingesetzt werden. Die Blitzgeräte können interessante oder wichtige Bildpartien hervorheben oder Schattenbildungen bei starken Lichtverhältnissen vermeiden.
Das fotografieren mit Blitzgeräten ist eine Frage der Übung, der Technik und der Situation. Wenn man dieses Zusammenspiel beherrscht, dann kann ein Blitzgerät nicht nur ein technisches Hilfsmittel sein, sondern auch ein kreatives Mittel. Selbst mit Pop-Up-Bltizen können gute Ergebnisse erzielt werden, da nicht immer eine grosse Lichtmenge benötigt wird.

Durch den Einsatz von Elektronenblitzgeräten ist der Vorgang des Blitzens automatisiert worden, so dass der Fotograf sich nicht mit Rechnereien aufhalten muss. Die Kompatibilität zwischen Digitalkameras und Zubehör, wie Blitzen, ist heutzutage sehr gut und unterstützt diesen Prozess erheblich. Dem Fotografen bleibt dadurch mehr Zeit zum fotografieren und der Automatik Betrieb verbessert die Belichtung der Aufnahmen ebenfalls.

 

 

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