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Makroaufnahmen

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Mit dem Wort Makroaufnahmen, auch Nahaufnahmen, werden Aufnahmen bezeichnet, bei denen das Fotomotiv mit einem Maßstab von 1:10 oder größer abgebildet wird. Beim Erstellen des eigentlichen Fotoabzuges wird das Motiv dann deutlich größer abgebildet, als es in Wirklichkeit ist. Hier spricht man dann von einer Makroaufnahme. Andere Quellen definieren den Bereich von 1:1 bis etwa 10:1 als Makrobereich. Die Makro- oder auch  Nahfotografie gehört zu dem Bereich der Themenfotografie 

Eine große Abbildung des Motivs erreicht man nur bei konstanter Brennweite durch eine Verringerung des Abstands zum Motiv, daher wird auch der Name Nahaufnahmen gerne für Makroaufnahmen verwendet. Standard Objektive besitzen aber oft eine Naheinstellgrenze von lediglich ca. 20 cm bei Weitwinkelobjektiven und ca. 2 m bei  Teleobjektiven (Zoomobjektiven). Falls versucht wird Motive näher zu fotografieren als es die Naheinstellgrenze erlaubt, dann wird man mit dem Objektiv nichts fokussieren können. Ebenfalls ist eine manuelle Scharfstellung nicht möglich. Um dieses Grenze zu brechen gibt es spezielles Zubehör oder spezielle Objektive wie Nahlinsen, Zwischenringe, Balgengerät, Retroadapter, Makroskope und Makroobjektive. Hier folgen die Details zu den einzelnen erwähnten Hilfsmitteln:

 

Nahlinsen

Eine Zusatzlinse die direkt in das Filtergewinde des Objektivs geschraubt wird, die die Brechung des Lichts beeinflusst. Dadurch erreicht man eine Verkürzung der Brennweite des verwendeten Objektivs. Die Stärke der Nahlinse, die in Dioptrien angegeben wird, kann variiert werden. Übliche Werte sind 0,5 bis 10 Dioptrien. In guter Qualität sind Abbildungsmaßstäbe von 1:4 möglich.

Nachteile:

  • Abbildungsleistung vor allem im Randbereich ist schwach
  • Im direkten Vergleich zu den Makro Objektiven ist die optische Qualität der Nahlinsen  geringer, da Bildfehler bei hohen Dioptrien Werten auftreten.
  • Bei Zoom Objektivern sollten man keine Nahlinsen verwenden, da die Bildmitte deutlich aufgehellt wird.

 


Zwischenringe

Zwischenringe vergrößern den Abstand zwischen dem Objektiv und der Kamera. Sie erweitern den mechanischen Einstellbereich der Objektive und verkürzen die Aufnahmedistanzen. Die Zwischenringe sind eine preisgünstige Alternative zum Balgengerät, wobei der Einstellbereich durch die feste Länge beschränkt ist. Meistens werden die Zwischenringe in Sätzen mit 3 unterschiedlichen Längen verkauft. Bei der Verwendung der Zwischenringe ohne Adapter werden alle Belichtungsautomatiken und der Autofokus benutzbar sein. Durch den Einsatz des Zwischenringes erreicht man, dass das Objektiv für eine kürzere Naheinstellgrenze nutzbar ist.

Nachteile:

  • Zoom- oder Weitwinkelobjektive sollten nicht mit Zwischenringen verwendet werden, da die Bauweise der Objektiven ein Aufhellen der Bildmitte hervorruft.


Balgengerät

Das Balgengerät besteht aus zwei Standarten (Halterungen für das Objektiv (Objektivstandarte) und dem Kamerarückteil (Filmstandarte)), die mit einem Balgen lichtdicht und flexibel verbunden sind. Dieser  Aufbau ist beweglich und erlaubt somit ein stufenloses einstellen des Abstandes von Kamera und des Objektivs Durch den weiten Abstand der Standarten können sehr hohe Abbildungsmassstäbe erreicht werden, die sogar bis in den Bereich der Mikrofotografie gehen, also eigentlich das Verwenden von Mikroskopen. Allerdings können bei Aufnahmen mit dem Balgengerät nur Makroköpfe und Vergrößerungsobjektive verwendet werden. Die normalen Kameraobjektive kommen hier nicht in Frage

Nachteile

  • Sehr teure Methode für Makroaufnahmen


Makroobjektiv

Makroobjektive können ohne weiteres Zubehör verwendet werden und erlauben die Ablichtung mit einem hohen Abbildungsmassstab von 1:1. Ebenfalls können diese Makroobjektive in einem sehr geringen Objektivabstand verwendet werden. Makroobjektive haben ebenfalls den Vorteil, dass sämtliche Belichtungsfunktionen  und meistens auch der Autofokus verwendet werden kann. Makroobjektive besitzen fast immer eine feste Brennweite und sind speziell für den Nahbereich ausgelegt, wobei die Lichtstärke des Objektivs geringer ist als vergleichbare normale Zoomobjektive.

Nachteile

  • Keine günstige Methode für Makroaufnahmen, aber billiger als ein Balgengerät

 

Retroadapter

Makroaufnahme einer Fleischfressenden Pflanze, die mit Hilfe eines Retroadapters aufgenommen wurde. Das Kit Objektiv der Canon EOS 300D 18-55 mm wurde dafür verwendet. Allerdings ist es mit dem Retroadapteter nur möglich mit der Offenblende zu fotografieren. Da keine Einstellungen der Blende und der Belichtigungszeit möglcih sind, ist es sehr schwer die richtige Lichtmenge zu bekommen. Die Folge sind fast immer Über- und Unterbelichtungen.
Makroaufnahme einer Fleischfressenden Pflanze, die mit Hilfe eines Retroadapters aufgenommen wurde. Das Kit Objektiv der Canon EOS 300D 18-55 mm wurde dafür verwendet. Allerdings ist es mit dem Retroadapteter nur möglich mit der  Offenblende zu fotografieren. Da keine Einstellungen der Blende und der Belichtigungszeit möglcih sind, ist es sehr schwer die richtige Lichtmenge zu bekommen. Die Folge sind fast immer Über- und Unterbelichtungen.

Ein Retroadapter erlaubt die Befestigung eines Objektivs in Retrostellung an eine Spiegelreflexkamera. Durch diese Retrostellung erreicht man bei Weitwinkelobjektiven einen Maßstab von 1:1 oder größer. Die Abbildungsqualität ist besser als das gleiche Objektiv mit Nahlinsen oder Zwischenringen auszustatten. Ebenfalls ermöglicht die Verwendung der Retrostellung Objekte in einem recht großen Abstand zu fotografieren.

Nachteile:

  • Bei Verwendung eines Standard Adapters können keine Belichtungsfunktionen oder der Autofokus benutzt werden. Fotos können nur mit der Offenblende gemacht werden.
  • Spezielle Retroadapter, die die Belichtungsfunktionen bereitstellen sind sehr teuer und erreichen circa die gleiche Preisklasse wie Makroobjektive

 


Makroskope

Die Makroskope sind eigentlich optimierte Mikroskope für schwache Vergrößerungen. Der Abbildungsmaßstab von Makroskopen reicht von 1:2 bis 100:1 bei einem Arbeitsabstand von ungefähr 150 mm bis 30 mm

Nachteile:

  • Spezielle Objektive sind erforderlich
  • Teuere Methode für Makroaufnahmen


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